Utz Utz Utz Utz

Wes geistes Kind muß man eigentlich sein, wenn man es tatsächlich durchhält, den ganzen Tag diesen unsäglichen Utz Utz Utz Krawall zu hören, den Musik zu nennen sich von Rechts wegen verbietet; und das in einer Lautstärke, die die Deckenleuchten zum Scheppern bringt und die Kaffetasse auf den Weg in Richtung Tischkante.

In der ersten Nacht in der neuen Wohnung, die gestern bezogen wurde, dachte ich ja noch, es könnte ja die Ausnahme sein. Jeder macht mal ‘ne Party, dachte ich. Da kann es mal lauter werden, dachte ich, und man sollte sich da nicht sofort unbeliebt machen. Das kann man ja mal aushalten, dachte ich mir und hielt es aus.

Heute trommelte allerdings der Subwoofer den ganzen Tag durch meine Zimmerdecke, beinahe pausenlos ohne Aussicht auf Besserung. Auch jetzt, um kurz nach elf - utz utz utz utz bläst sich der Vollpfosten über mir mit dieser infernalischen Kackophonie auch den letzten Rest Hirn weg. Daß der Gesetzgeber mithin, vom Mietvertrag und darin zementierten einzuhaltenden Ruhezeiten mal ganz abgesehen, den Schutz des Gehörs und der Nerven der Nachbarn gesetzlich verankert hat, scheint sich bis zu derartigen egoistischen Vollpfosten noch nicht herum gesprochen zu haben. Auf mehrfache Kommunikationsversuche meinerseits durch Klingeln an der Haustür wurde nicht reagiert. Entweder er wollte oder er konnte es nicht hören. Oder er ist schon längst am Krawall eingegangen und west vor sich hin - den CD-Player in der Endlosschleife.

So oder so muß man da mal was tun. Morgen werd ich da wohl nochmal hingehen. Und sollte das nicht fruchten, werd ich wohl den Vermieter vor den Wagen spannen müssen. Ist sowas eigentlich Grund für Mietminderung? Zum aushalten ist das jedenfalls nicht.

€dit: Bei einer ersten vorsichtigen Sondierung der weiteren Vorgehensweise im Ernstfall zeigt sich die Lektüre dieses Threads als durchaus informativ. *bookmarksetz*