So hieß die Werbekampagne der Bahn vor ein paar Jahren. Im Werbespot schaukelte sich die Empörung über die Nachricht, der Zug habe drei Minuten Verspätung, immer weiter hoch, bis die Bundesregierung eine Untersuchung fordert - und der Spot fragt dann, ob das die Aufregung wirklich wert wäre.
Drei Minuten? Nein, das wäre die Aufregung nicht wert.
Ich bin ja kürzlich vom Studienort in die Heimat und gestern wieder zurück gefahren.
- Hinfahrt: ICE Passau - Frankfurt. Angemeldet mit zehn Minuten Verspätung, abgefahren ist er dann ca. 20 Minuten zu spät. Angeblich seien die österreichischen Gleise schuld, warum der Zug, der tatsächlich nach zehn Minuten einfuhr, nochmal knapp 15 Minuten im Bahnhof stand, weiß ich nicht.
- Rückfahrt: Nahverkehr vom Heimatort nach Frankfurt. Zehn Minuten Verspätung. Ich hätte dann auch konsequenterweise meinen Anschlußzug verpaßt, hätte dieser nicht dank Getriebeschaden ebenfalls 45 Minuten Verspätung gehabt, die er auch bis Passau nicht mehr aufholen konnte.
Drei Zugfahrten, insgesamt über eine Stunde Verspätungen aufgesammelt. Drei Minuten, pah! Nun gut, mir sollte das ja eigentlich egal sein. (Ist es aber nicht. Ich zahl schließlich genug für den Scheiß.) Ich muß ja nirgendwo hin. ich will nur wohin. Aber es soll ja Leute geben, die Termine haben. Geschäftlicher Natur womöglich. Und Firmen, die dem reisegeplagten Mitarbeiter keinen Turbodiesel vor die Nase stellen. Da kommt halt die Bahn. Oder auch nicht (wie der ICE nach Wiesbaden, der auf dem Nebengleis einfahren sollte, es aber partout nicht tat. Die Sau).
Im Jahre 2003 waren übrigens knapp 70% aller Züge im Nahverkehr verspätet. Der Staat hat ja angekündigt, die Öffentlichen Verkehrsmittel künftig weniger zu bezuschussen. Und die Bahn, das dann freundlicherweise auf die Kunden abzuwälzen. Das sind ja so viele, da fällt das kaum auf. Dann darph man also demnächst noch mehr Geld für noch weniger Leistung zahlen.
Ich hätte gern ein Auto.

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